Was ist die Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft?


Die Vorstellung, dass Roboter miteinander um den Titel eines Fußball-Weltmeisters spielen, klingt zuerst einmal ziemlich verrückt und wie aus einem Science Fiction Film gerissen. Und doch gibt es diesen Sport schon seit Jahren – und er wird immer beliebter und ambitionierter. Zeit also, sich das Ganze einmal etwas genauer anzusehen.

Die Geschichte der Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft

Die Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft, offiziell RoboCup genannt, ist ein Wettbewerb, der von der Robot-soccer-association ausgerichtet wird, ähnlich der Football Category bei den World Robot Olympiads. Ziel des RoboCups ist es, 2050 einen Roboter gegen einen Menschen in einem Fußballspiel gewinnen zu lassen.

Seine Anfänge hat diese Idee bereits in den 1950ern in dem amerikanischen Informatiker Claude E. Shannon, der einen Menschen gegen einen Automaten im Schach antreten lassen wollte. Die Vorstellung, einen Roboter mit einer Künstlichen Intelligenz, kurz KI genannt, auszustatten und gegen einen Menschen gewinnen zu können, verlangt ein hohes Maß an Rechenleistung ab. Das konnte erst in den letzten Jahrzehnten wirklich erreicht werden, denn von Schach zu Fußball ist es ein gewaltiger Sprung. Hierbei muss der Roboter nämlich auch selbstständig Faktoren wie Planen, Sensorik, Lernen, Motorik, reaktives Verhalten, Schwarmkoordination, Pfadfindung und Selbstortung beherrschen und einsetzen können.

Um das umzusetzen wurde 1997 die Federation of International Robot-soccer Association in Südkorea gegründet. Sie trägt seitdem jährlich den RoboCup aus.

Wie funktioniert der RoboCup

Die FIRA hat, ähnlich wie bei uns die Bundesliga, verschiedene Spielklassen, die sich an verschiedene Kriterien der „Spieler“ richten.

  • MiroSot: Roboter mit maximal 7,5cm Kantenlänge, sie spielen mit einem Golfball
  • NaroSot: Die Roboter sind 4×4,5,5cm groß und das Spielfeld ist kleiner als bei MiroSot
  • RoboSot: Roboter sind 20x20cm groß und Teams bestehen aus einem bis drei Roboter
  • KheperaSot: Roboter vom Typ Khepera, agieren vollständig autonom
  • HuroSot: Roboter bewegen sich auf zwei Beinen und sind in drei Größenkategorien (Klein, Mittel, Groß) aufgeteilt

Bei der Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft selbst treffen sich ca. 2000 Wissenschaftler und Studenten aus der ganzen Welt und lassen ihre Teams gegeneinander antreten. Dabei findet auch ein Kongress statt, der Neuigkeiten aus der Forschung diskutiert.  

Vom 18. – 22- Juni 2018 fand der RoboCup im Palais de Congres in Montreal in Kanada statt, bei dem 4000 Menschen mit 5000 Robotern aus 35 Ländern weltweit teilnahmen. Sieger letztes Jahr waren die Kandidaten der TU Graz aus Österreich, die sich in einem spannenden Finale gegen Frankreich behaupteten. Jedes Jahr erweitern die Teilnehmer ihr Wissen um die Roboter und entwickeln über das Jahr weiter an ihnen, um hoffentlich im kommenden Finale dabei zu sein. Das findet 2019 übrigens im Juli in Sydney, Australien statt.

Daneben finden in Deutschland auch mit dem German Open ein nationaler Wettbewerb statt, der seit 2001 ausgetragen wird und bei dem u.a. die Teilnehmer für den RoboCup qualifiziert werden.